Funktionsweise der Lunge im Labor nachbauen

Es ist eine Reise in die komplexe menschliche Lunge. Das Ziel von AlveoliX ist der Nachbau dieses Organs. Bei der vom Berner Start-up entwickelten Technologie handelt es sich um ein Organ auf Chip (Organ-on-Chip), das die Funktionsweise der Lunge im kleinen Massstab simuliert. Mit der Unterstützung von Innosuisse treibt das Team von AlveoliX ihre Technologie zur Marktreife.

Die Lunge ist ein komplexes Organ und der Nachbau ihrer Funktionsweise keine leichte Aufgabe. Doch genau dieser Herausforderung haben sich die Forschenden Nina Hobi und Janick Stucki, heute beide Co-CEO von AlveoliX, gestellt. Wenn Forschende ein Medikament entwickeln oder eine Krankheit im Labor untersuchen, müssen sie auf Modelle zurückgreifen und In-vitro-Studien in Petrischalen oder In-vivo-Studien mit Tierversuchen durchführen. Die Erfolgsrate von neuen Medikamenten ist bisweilen sehr tief. Für Medikamente, die bei Lungenerkrankungen helfen, liegt sie sogar unter 3%. Seit einigen Jahren arbeitet AlveoliX an einem Modell der Lunge auf Chip (Lung-on-Chip). «Im Inneren des Chips simulieren wir die Mikroumgebung der Lunge einschliesslich der Atembewegung. Auf diese Weise schaffen wir eine Umgebung, die den Zellen dabei hilft, ihre Eigenschaften beizubehalten und damit so zu reagieren, wie sie es im menschlichen Körper tun würden», erklärt Janick Stucki. «Dank unserer Technologie wird die Arzneimittelentwicklung effizienter, sicherer und auch personalisierter, da die Tests mit Zellen vom Patienten auf Chip durchgeführt werden können. In Zukunft hilft unsere Technologie, die Kosten und die Zahl der Tierversuche zu senken.»

Innosuisse unterstützt das Projekt AlveoliX
Das interdisziplinäre Team von AlveoliX besteht aus zwölf Personen, darunter mehrere Forschende, Ingenieure und Biologinnen, und ist im brandneuen Gebäude des Schweizerischen Instituts für Translationale Medizin und Unternehmertum (sitem-insel) in Bern untergebracht. Hier profitiert es von einer hochmodernen Umgebung zur Entwicklung seiner Technologie. Innosuisse spielt bei der Entwicklung eine wichtige Rolle. «Das Ziel ist es, eine Technologie aus der Forschung in die Welt zu tragen und so unserer Gesellschaft etwas zurückzugeben. Denn leider werden viele Forschungsprojekte am Schluss des Finanzierungszeitraums beendet und auf Eis gelegt. Innosuisse hat geholfen, unsere unternehmerischen Fähigkeiten zu verbessern. Im Rahmen des Coaching-Programms von Innosuisse konnten wir viel lernen. Gleichzeitig hat Innosuisse uns finanziell unterstützt. Dank der Innovationsschecks und der Innovationsprojekte konnten wir unsere Technologie weiterentwickeln.», sagt Janick Stucki.

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Ein sicherer Erfolg
AlveoliX unternimmt alle Schritte bis zur Perfektionierung und baldigen Vermarktung des Produkts. «Wir arbeiten bereits mit grossen Pharmaunternehmen zusammen, die unsere Technologie nutzen, um ihre sich in der Entwicklung befindenden Medikamente zu testen. Wir vergleichen die Ergebnisse unseres Chips mit bestehenden Daten aus präklinischen und klinischen Studien», erklärt Nina Hobi. Die Co-CEO hofft, dass die Tests, die derzeit durchgeführt und den Aufsichtsbehörden vorgelegt werden, positiv bewertet werden, sodass in Zukunft Tierversuche durch On-Chip Versuche ersetzt werden können. «Eine solche Zulassung wäre ein grosser Schritt vorwärts für den Organ-on-Chip-Bereich und ein entscheidender Durchbruch für die Vermarktung unserer Technologie und für unser Unternehmen», fügt sie hinzu. 

Letzte Änderung 02.12.2020

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Nina Hobi und Janick Stucki, Co-CEO von AlveoliX

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