Zugang zum Arbeitsmarkt dank sozialer Innovation verbessern

Trotz psychischer Belastungen eine Arbeit zu finden, ist eine Herausforderung. Junge Menschen in dieser Lage haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Mit einem neuen, niederschwelligen Therapieangebot sollen solche junge Menschen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt erlangen. Dieses innovative Modell basiert auf neusten Forschungsergebnissen.

Nach einem Pilotprojekt, das von der Gebert Rüf Stiftung unterstützt wurde, fördert Innosuisse seit 2020 die wissenschaftsbasierte Weiterentwicklung der Therapie im Rahmen des Innovationsprojektes «inklusiv plus». Bei erfolgreicher Durchführung soll das neue Therapieangebot schweizweit in Arbeitsintegrationsprogrammen, sogenannten Brückenangeboten, eingeführt und angewandt werden. Dadurch soll die Unterstützung psychisch belasteter Jugendlicher in der gesamten Schweiz verbessert und die Arbeitsintegration grundlegend optimiert werden. Langfristig können so IV-Renten sowie Sozial- und Gesundheitskosten eingespart werden.

Ein KMU entdeckt ein Bedürfnis und entwickelt eine Lösung

Das KMU lifetime health GmbH, das seit 1998 gesamtschweizerisch im Bereich der Gesundheitsförderung und Arbeitsintegration aktiv ist, bietet unter anderem das berufliche Integrationsprogramm «Startrampe» an. Dieses Programm soll Menschen für den Weg zurück in die Arbeit befähigen. Dabei hat lifetime health festgestellt, dass viele jüngere Teilnehmende psychisch belastet sind. Manche kommen direkt von einer stationären psychiatrischen Behandlung in das Brückenangebot. Es fehlten die notwendigen Kenntnisse und Ressourcen, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Deshalb hat lifetime health vor drei Jahren zusammen mit der ZHAW und mit der Unterstützung der Gebert Rüf Stiftung das Pilotprojekt «inklusiv» entwickelt, in dem das klassische Arbeitsintegrationsprogramm mit psychotherapeutischen Modulen ergänzt und zu einer innovativen Interventionsmethode ausgebaut wurde.

Eine anwendbare Lösung für weitere Anbieter

Neben lifetime health haben sich weitere Anbieter von Brückenangeboten für das interdisziplinär angelegte Pilotprojekt interessiert und den Bedarf nach einem neuen Therapieansatz und einem ergänzenden Unterstützungsangebot an der Schnittstelle zwischen Gesundheitsversorgung und Arbeitsintegration erkannt. Innosuisse unterstützt die ZHAW zusammen mit sieben Projektpartnern bei der wissenschaftsbasierten Weiterentwicklung und Umsetzung des neuen Therapieansatzes. Nebst lifetime health soll dieser in sechs weiteren Brückenangeboten im Raum Bern, Zürich, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Luzern erprobt und implementiert werden. Die erfahrenen Anbieter von Arbeitsintegrationsmassnahmen für Jugendliche und junge Erwachsene, die sogenannten Umsetzungspartner des Projekts, sind motiviert, die neue Methode zu testen und zusammen mit der Hochschule zu validieren.

Innosuisse fördert Innovationen in allen Bereichen

Wie das Beispiel «inklusiv plus» zeigt, fördert Innosuisse Innovationen in den unterschiedlichsten, wissenschaftsbasierten Bereichen. Unterstützt werden nicht nur technologiebasierte Projekte, sondern auch innovative Projekte in der sozialen Arbeit, im Tourismus oder im Bereich Architektur und Design beispielsweise.

Letzte Änderung 14.12.2020

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Kontakt

Prof. Dr. Agnes von Wyl

Leitung Fachgruppe Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie
ZHAW
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