Verbesserung des Systems zur beruflichen Integration von Flüchtlingen

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Innosuisse unterstützt ein Innovationsprojekt mit dem Ziel, Flüchtlinge besser in den Schweizer Arbeitsmarkt zu integrieren. Dieses Projekt, das von Vereinen und mehreren Hochschulen durchgeführt wird, stützt sich auf Erkenntnisse aus den Sozialwissenschaften. Ziel ist es, eine bessere Schulungsmethode zu entwickeln.  

Bessere soziale und berufliche Integration von anerkannten Flüchtlingen oder vorläufig aufgenommenen Personen in der Schweiz. So heisst das Ziel des Innovationsprojekts IMIRIS – Improved Integration for Refugees in Switzerland. Das im Januar 2020 lancierte Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Verein Association 1951, der Hochschule für Sozialarbeit und Gesundheit Lausanne (HETSL), der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Pädagogischen Hochschule Wallis (HEP VS) durchgeführt. Die Partnerschaft soll das derzeit von der Association 1951 implementierte Ausbildungssystem untersuchen, die wichtigsten Erfolgsfaktoren bestimmen, um es zu verbessern und es weiteren Akteuren in diesem Bereich landesweit zur Verfügung zu stellen.

Die Association 1951 setzt sich mit ihrem Schulungs- und Integrationsprogramm «FIP Emploi» seit einigen Jahren für die Einbeziehung der Flüchtlinge ein. Die angebotenen Kurse wie Französisch, Computerkenntnisse oder Budgetplanung geben den Flüchtlingen die Möglichkeit, sich Grundkenntnisse anzueignen, um ein Praktikum, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz zu finden. Stephan Steiner, Präsident des Vereins, hält den Zugang zum Arbeitsmarkt für wesentlich. «So können Flüchtlinge finanziell selbstständig werden. Gleichzeitig entlasten wir die öffentlichen Finanzen. Ausserdem verbessert die Autonomie das Selbstwertgefühl der betroffenen Personen. In unseren Gesellschaften ist bezahlte Arbeit ein wichtiger Integrationsfaktor.»

Förderung und Verbreitung eines innovativen Ausbildungssystems
Das IMIRIS-Projekt soll Schulungsprogramme entwickeln, die den Anforderungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechen, und ein Monitoringsystem einrichten, das die Wirksamkeit der Ausbildungen evaluiert. Langfristig werden «anwendungsbereite» Programme angestrebt, die landesweit zur Integration der Flüchtlinge eingesetzt werden können. Zur Entwicklung eines formalisierten und wirksamen Ausbildungssystems muss man zunächst die Anforderungen, Praktiken und Anliegen der an der sozio-professionellen Integration von Flüchtlingen beteiligten Akteure verstehen. Deshalb wurden auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer am «FIP Emploi»-Programm befragt. Es wurden Informationen über ihr Leben seit ihrer Ankunft in der Schweiz gesammelt und ihre Erwartungen und Gefühle bezüglich der Integration analysiert. Auch mit institutionellen Akteuren wurde gesprochen.

In einem Bereich, in dem die Lage der einzelnen Menschen sehr unterschiedlich ist, gibt es viele Herausforderungen. «Der unterschiedliche Hintergrund und die vielfältigen Geschichten der Flüchtlinge erschweren die Betreuung durch die Fachkräfte. Diese Schwierigkeiten sind umso grösser, als auch die bestehenden Asylsysteme sehr komplex sind. Im Kanton Waadt und auch anderweitig befassen sich viele Einrichtungen mit Flüchtlingen. Die institutionelle Koordination ist deshalb besonders wichtig», erklärt Morgane Kuehni, Dozentin an der Hochschule für Sozialarbeit und Gesundheit.

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Sozialwissenschaften als Grundlage der Studie
Drei Forschungspartner schlossen sich zusammen, um diese Studie durchzuführen. «Die Expertise der Forscherinnen und Forscher sowie die Kombination von quantitativen und qualitativen, institutionsspezifischen methodischen Ansätzen sind wertvolle und unverzichtbare Werkzeuge für die Umsetzung des Projekts», sagt Stephan Steiner, für den auch die Hilfe von Innosuisse einen unbestreitbaren Vorteil darstellt. «Diese Unterstützung ermöglicht es unserem Verein, den finanziellen Aufwand für die Forschungsarbeiten, die zur Entwicklung unseres Programms führen, zu reduzieren.»

Das Projekt beruht auf einem bereichsübergreifenden Ansatz in den Sozialwissenschaften. «Dieser Ansatz bietet eine solide theoretische und methodische Grundlage, um so komplexe Phänomene wie die Geschichte der Flüchtlinge und die Herausforderungen ihrer gesellschaftlichen und beruflichen Integration zu verstehen, institutionelle Systeme zu analysieren oder die Praktiken der sie betreuenden Fachleute zu hinterfragen», fügt Morgane Kuehni hinzu.

Die derzeit durchgeführten Untersuchungen werden es der Association 1951 ermöglichen, ihre Ausbildungs- und Betreuungsleistungen zu verbessern. Heute besteht gemäss den Projektverantwortlichen die Herausforderung immer noch darin, einen Weg zu finden, die Flüchtlinge individuell und innovativ zu unterstützen und gleichzeitig den institutionellen und politischen Kontext zu berücksichtigen, der die Effizienz der Betreuung durch die Standardisierung der Systeme und Praktiken steigern möchte.

Letzte Änderung 09.07.2021

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